Elon Musk, der größte Blender der Welt?

e6dad13926a271d6fce56bddc40bbc50

Es ist ein gewaltiges Marketing-Spektakel: Tesla verkündet die E-Auto-Revolution, sammelt Milliarden und überholt an der Börse Ford, GM und sogar BMW. Dabei macht Tesla hohe Verluste und es mehren sich Probleme. Platzt die Blase?

Für die einen ist Elon Musk mit seinen Tesla-Autos ein neuer Heilsbringer wie Steve Jobs (Apple) oder Mark Zuckerberg (Facebook). Nur viel schillernder, eine gefühlte Mischung aus Daniel Düsentrieb, Dagobert Duck und Superman. Seine Fans schwärmen: Der Tesla-Chef sei cool, innovativ, ein Milliardenmacher, der mit seinen Elektro-Fahrzeugen die Automobilgeschichte revolutioniere. Tatsächlich hat er die Branche mit seinen E-Modellen kräftig aufgemischt und einen völlig neuen Autokonzern geschmiedet, der mit einem Marktwert von 60 Milliarden Dollar binnen weniger Jahre zum wertvollsten Autokonzern der USA aufgestiegen ist.

Doch für andere ist der Tesla-Chef ein schillernder Blender und Monopoly-Spieler, der das Geld seiner naiven Investoren in gewaltigen Dimensionen verbrennt. Tatsächlich meldet Tesla seit Jahren nur Verluste – und zwar gewaltige. Alleine für das erste Quartal 2017 steht ein Verlust von 330 Millionen Dollar zu Buche, fast doppelt so hoch, wie Analysten erwartet hatten. Tesla verbrennt damit jeden Tag 3,67 Millionen Dollar. Doch die Börse jubelt. Die Tesla-Aktie ist in nur sechs Monaten um 75 Prozent gestiegen. “Es herrscht Goldrauschfieber bei Tesla”, urteilen erfahrene Börsianer.

Die Marktkapitalisierung des Elektroautobauers ist inzwischen größer als die der klassischen Autokonzerne Ford und General Motors. Und nun ist sogar BMW eingeholt, was bis vor Kurzem als undenkbar galt, denn noch im Dezember lag die Bewertung von BMW rund 30 Milliarden Dollar über der von Tesla. “30 Milliarden im Halbjahr! Es ist die weltgrößte Börsenwette des Jahres”, raunen Aktienhändler aus New York. Kritiker warnen hingegen vor einem Mega-Bluff und einem bevorstehenden Platzen der Blase. Sie verweisen vor allem auf Zahlen: Während Tesla im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 7 Milliarden aufweisen konnte, dabei aber tiefrote Zahlen schrieb, kam BMW bei einem Umsatz von 94,16 Milliarden Euro auf einen Gewinn von 9,67 Milliarden Euro. Auch bei den verkauften Fahrzeugen hat BMW im vergangenen Jahr 2,37 Millionen Autos an die Kunden gebracht. Bei Tesla waren es rund 80.000. BMW verkauft also mehr als 30 Mal so viele Autos wie Tesla.

Großbanken wie Goldman Sachs oder Morgan Stanley warnen nun lautstark vor einer Überbewertung und einem hohen Crash-Risiko. Die Analystenlegende Marc Faber hält die Aktie gar für “wertlos”, sie werde kollabieren, Kursziel sei 0 Euro. Der japanische Autobauer Toyota hat sein Aktienpaket von 3 Prozent jedenfalls – wie nach Pfingsten bekannt wurde – flugs abgestoßen und die Entwicklungskooperation mit Tesla beendet. Doch Musk findet immer neue Investoren und begeistert sie mit funkelnden Visionen von futuristischen elektrischen Autoschlitten, Transportkapseln, Raketen. Bis zum Mars will er eines Tages fliegen, völlig neue Batterien und Solarpanele in mega-innovativen Gigafabriken erfinden und ganz Amerika mit Hyperloop-Transporttunneln durchziehen.

Doch manchem wird das alles nun zu bunt. Die kritischen Analystenkommentare der Wall Street häufen sich und das Milliarden-Monopoly des Elon Musk kommt an einen kritischen Moment. Der Milliardär spürt, dass seine Wirtschaftswundergeschichte kippen könnte, und so konterte er die schlechten Nachrichten mit neuen, noch großartigeren Fernzielen. Seine Ankündigung: Er werde mit dem “Model 3″ den globalen Massenmarkt erobern, sein “Model 3″ werde das iPhone unter den Autos, der Volkswagen des 21. Jahrhunderts und alsbald einen Jahresumsatz von 20 Milliarden Dollar und einen jährlichen Gewinn von fünf Milliarden Dollar erzielen. “Wir nähern uns der Markteinführung vom Model 3 und sind begeistert wie zuvor von der Zukunft Teslas”, tönt Musk. Und so ist die Tesla-Geschichte eine wilde Wette auf die Zukunft – immer neues Geld soll ein Wachstum erzwingen, das bisher noch nicht annähernd profitabel ist.

(Quelle: n-tv.de, Wolfram Weimer)

Honda setzt in Sachen E-Autos verstärkt auf Europa

teaser_image_honda-verbucht-quartalszuwachs-beim-gewinn_135653_1-0116c720

Japan gilt als Pionier für Elektromobilität. Bei dem Thema sieht der japanische Automobilkonzern Honda in Europa große Wachstumschancen. Schon bald sollen zwei Drittel aller Fahrzeuge über einen Elektroantrieb verfügen.

Bis zum Jahr 2025 sollen zwei Drittel aller in Europa verkauften Fahrzeuge über einen Elektroantrieb verfügen, wie die Nummer Drei der japanischen Branche am Donnerstag (8. Juni) mitteilte.

Europa übernehme damit eine Vorreiterrolle bei der Förderung der Elektromobilität. Mit Hilfe einer neu gegründeten Forschungsabteilung wolle man das Tempo bei der Elektro-Entwicklung beschleunigen, erklärte Honda-Chef Takahiro Hachigo am Forschungs- und Entwicklungsstandort des Konzerns in der japanischen Provinz Tochigi.

Zunächst will Honda seine europäischen Modelle mit Hybridantrieben ausrüsten. In Tochigi wird ein neues Hybridsystem namens i-MMD getestet, das über zwei Motoren verfügt. Das erste Hybridmodell mit einem solchen System soll im kommenden Jahr in Europa auf den Markt kommen. Hinzu kommen sollen Plug-in-Hybridmodelle, Elektrofahrzeuge und Brennstoffzellenautos.

(Quelle: Automobil-Produktion, Jennifer Kallweit, Quelle Bild: Honda)

 

Samsung SDI stellt Batteriefabrik in Ungarn fertig

samsung_sdi02-2e69043d

Nach knapp siebenmonatiger Bauzeit hat Samsung SDI seine Batteriefabrik in Göd / Ungarn fertig gestellt. Aus dem Werk sollen hauptsächlich europäische Kunden mit Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautos beliefert werden.

Wenige Tage nachdem die Daimler-Tochter Accumotive in Kamenz im Beisein von Kanzlerin Angela Merkel den Grundstein für eine zweite Batteriefabrik gelegt hat, gab es nun aus ähnlichem Anlass in Göd, etwa 30 Kilometer nördlich von Budapest einen Festakt mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban. Eröffnet wurde dort die erste Batteriefabrik von Samsung SDI in Europa. Die extrem kurze Bauzeit von knapp sieben  Monaten erklärt sich dadurch, dass die Südkoreaner auf eine bestehende Fabrikanlage zurück greifen konnten, in der früher Displays produziert wurden. Und: die Bau-Fertigstellung ist nicht zu verwechseln mit einem Produktionsstart. Dieser wird langsam hochgefahren, die Vollproduktion ist für 2018 angekündigt.

Insgesamt hat Samsung SDI rund 35 Millionen US-Dollar in das Werk investiert, produziert werden können dort Batterien für etwa 50.000 Elektroautos pro Jahr. Bei der Eröffnungsfeier sagte Samsung SDI-Chef Sun Young-hyun, dass sein Unternehmen hoffe, mit dem Werk einen Beitrag zum schnelleren Durchbruch der Elektromobilität in Europa zu leisten.

Erklärtes Ziel von Samsung SDI ist die Marktführerschaft im Bereich von Batterien für Elektromobilität. Das Werk in Europa ist zentraler Baustein für die globale Wachstums-strategie. Von Ungarn aus sollen hauptsächlich in Europa produzierende Autobauer versorgt werden.

(Quelle: Automobil-Produktion, Frank Volk, Quelle Bild: Samsung SDI)

Countryman S E: Quirliger Mini mit E-Punch

ap-21093-bild00_fahrbericht_mini_cooper_s_e_countryman_all4-jpg-ffa0d096

Der Mini Plug-in-Hybrid teilt sich den elektrifizierten Antriebsstrang mit dem BMW 2er Active Tourer. Bei der Fahrt durch das quirlige New York spielt der elektrifizierte Mini-Crossover die Stärken des E-Punches aus, zeigt aber auch, dass die Dynamik von der Batterie abhängt.

Ohne Synergien geht heute in der Automobil-Industrie schon lange nichts mehr. Aus diesem Grund teilen sich die aktuellen Minis auch die Plattform mit den 1er und 2er BMWs. Schon optisch sind die Minis auch keine Minis mehr, sondern haben – wie der Countryman mit 4,30 Metern – fast die Ausmaße eines VW Golfs. Angesichts dieser Ausmaße ist es kein Wunder, dass das viel beschworene “GoKart-Feeling” früherer Tage nur noch in Ansätzen vorhanden ist. Die bittere Pille, die die eingefleischten Mini-Fans schlucken müssen, hat aber auch positive Seiten die Transplantation von Technik ist relativ einfach. Daher nimmt man den Plug-in-Hybrid-Antriebsstrang des BMW 2er Active Tourer und packt ihn einfach in einen Mini Countryman.

Der BMW-Kompaktvan ist nicht zwingend der “sexiest Car alive”, also passt der E-Antrieb besser zum schicken Engländer. Die Daten lesen sich vielversprechend: Eine Systemleistung von 165 kW / 224 PS und ein maximales Drehmoment von 385 Newtonmetern klingen schon mal ganz knackig. Beim Preis orientieren sich die Mini-Vertriebsexperten an dem Top-Diesel. Also kostet die Plug-in-Hybrid-Version des Countryman 35.900 Euro, genauso viel, wie der Countryman SD mit Allradantrieb und 140 kW / 190 PS. Durch die Akkus im Unterboden schrumpft auch das Kofferraumvolumen ein wenig auf 405 Liter bis 1.275 Liter (Countryman: 450 Liter bis 1.390 Liter).

Im turbulenten New Yorker Stop-and-Go-Verkehr spielen die 7,6 kWh-Batterie und die 65 kW / 88 PS des Elektromotors ihre Stärken aus: Bis zu einer Geschwindigkeit von maximal 125 km/h (bleibt der Dreizylinder-Motor und damit die Vorderachse außen vor. Die E-Unterstützung wirkt sich positiv auf den 1.660 Kilogramm schweren Countryman aus und der Verbrauch bleibt im Zehntel-Liter-Bereich, unterm Strich beträgt der Norm-Durchschnittsverbrauch 2,3 Liter pro 100 Kilometer. Rund 40 Kilometer weit soll die Leistung der Akkus den PHEV-Countryman tragen, in der Realität ist dieser Wert eher illusorisch. Bei unseren Testfahrten waren es knapp 32 Kilometer, was durchaus in Ordnung ist. Solange die Batterie noch Saft hat, steht auch der Mini in dem selbigen. Heißt: Der Antritt ist explosiv und der E-Crossover lässt selbst mächtige V8-Pickups an der Ampel schlecht aussehen. Und zwar so schlecht, dass dem coolen Dodge Ram-Fahrer fast die verspiegelte Oakley-Sonnenbrille von der Nase fällt, als er dem Countryman hinterherschaut und sich dabei beinahe den Halswirbel ausrenkt. Nominell sind es 6,8 Sekunden bis die 100 km/h-Marke geknackt ist, während die Höchstgeschwindigkeit von 198 km/h nicht unbedingt beeindruckt.

(Quelle: Automobil-Produktion, Wolfgang Gomoll, Quelle Bild: Mini)

Daimler: will Preis für Elektroautos senken

mercedes_generation_eq-da7c51ca

Daimler-Entwicklungsvorstand Ola Källenius sieht in den kommenden Jahren deutlich fallende Preise für Elektroautos.

“Die Kosten werden sinken. In den nächsten fünf bis sieben Jahren werden wir Elektroautos deutlich preiswerter anbieten können”, sagte Källenius in einem Interview mit der Bild am Sonntag. Während die Preise sinken, soll die Reichweite der Elektroautos deutlich steigen. Er kündigte an, dass der Autokonzern in “spätestens” zwei Jahren einen Elektro-Mercedes mit neuen Batterien und 500 Kilometer Reichweite vorstellt.

Bis 2025 erwartet Daimler demnach einen Anteil von Elektro-Fahrzeugen am Absatz des Konzerns von bis zu 25 Prozent.

(Quelle: Automobil-Produktion – Jennifer Kallweit, Quelle Bild: Daimler AG)

Made in China: Volvo will 2019 erstes E-Auto bringen

id-149821_volvo_xc90_twin_engine-fc8ffb80-475d05d5

Der schwedische Premiumhersteller Volvo will 2019 sein erstes Elektroauto, das er in China produzieren will, auf den Markt bringen. Das teilte der OEM auf der Automesse in Schanghai (China) mit.

Wie Volvo mitteilt, soll das neue Modell auf der Common Modular Architecture (CMA) basieren, die die Schweden zusammen mit der chinesischen Geely entwickelt haben. Von China aus will der OEM sein erstes rein elektrische Modell weltweit exportieren.

„Volvo unterstützt den Fünfjahres-Plan der chinesischen Regierung für eine Verbesserung der Luftqualität. Dies deckt sich vollständig mit unseren Grundwerten: Schonung der Umwelt, Qualität und Sicherheit“, erläutert Håkan Samuelsson, Präsident und CEO von Volvo Cars.

Bis zum Jahr 2025 plant der Hersteller weltweit eine Million elektrifizierte Volvo-Modelle auf die Straßen zu bringen – vollelektrische Autos sowie Hybridfahrzeuge. Das Unternehmen entwickelt unter anderem auch ein vollelektrisch betriebenes Fahrzeug auf Basis seiner skalierbaren Produkt-Architektur (SPA) für größere Modelle und plant künftig in jeder Baureihe ein Modell mit Plug-in-Hybridantrieb.

Volvo verfügt in China über drei Produktionsstandorte: In Daqing werden die Modelle der Volvo 90er, in Chengdu die Volvo 60er und in Luqiao zukünftig die Volvo 40er Reihe produziert.

(Quelle: Automobil-Produktion, Jennifer Kallweit, Quelle Bild: Volvo)

Audi e-tron Sportback Concept: Dynamischer Zwitter

ap-21039-bild00_studien_audi_e-tron_sportback_concept-jpg-9bcf11dc

Die Studie Audi e-tron Sportback gibt einen Ausblick auf das elektrische Luxuscoupé, das 2019 erscheinen wird. Der Prototyp ist sehr nahe am Serienmodell und zeigt, was die Ingolstädter im Köcher haben. Da wird es eng für Tesla oder den BMW iNext.

Manchmal kann es so einfach sein, ein Auto zu entwerfen. “Wir haben im Grunde die Basis vom Audi e-tron genommen und die Fahrgastzelle des A7 daraufgesetzt”, schmunzelt Audi-Chefdesigner Kai Lichte. Nicht immer klappt das Zusammenfügen zweier Fahrzeugkonzepte, aber beim 4,90 Meter langen e-tron Sportback ist das Resultat ein schickes Coupé, das dem Tesla Model X sicher einige Käufer abjagen wird. Zumal die Studie zu rund 85 Prozent dem Serienmodell entspricht, das 2019 auf den Markt kommen wird. Auffällig ist der inverse geschlossene Singeframe-Grill. “Wir behalten unser Gesicht. Ein Audi wird auch weiterhin sofort als ein solcher erkennbar sein, erklärt Marc Lichte.

Wie beim e-tron sorgen drei E-Maschinen für Vortrieb – zwei hinten, eine vorne. “Das ist ein vollwertiger Quattro”, sagt Jan Wischerath, technischer Projektleiter Antrieb e-tron. Mit den beiden Aggregaten hinten wird so Torque Vectoring realisiert, während auf Landstraßen beziehungsweise, wenn es geradeaus geht, lediglich der vordere E-Motor für Vortrieb sorgt. Durch dieses effiziente Zusammenspiel steigt die Reichweite. Die ist auch ein Resultat der ausgetüftelten Aerodynamik, bei der zum Beispiel die Flanken zwischen den Radkästen ganz glatt sind. Ein Nebenprodukt dieser Windschlüpfrigkeit ist ein grandioser cW-Wert und kaum Windgeräusche.

Die technische Basis entspricht dem Audi e-tron, der ein Jahr vorher erscheint. Mit einer Leistung von 320 kW / 435 PS, die beim Boosten sogar bis 370 kW / 503 PS und einem Drehmoment von 800 Newtonmetern gesteigert werden kann. Das resultiert in einem Sprint von null auf 100 km/h in nur 4,5 Sekunden, einer Spitzengeschwindigkeit von 210 km/h und die Norm-Reichweite soll dank der 95-kWh-Batterie rund 500 Kilometer betragen. Mit einer CCS-Schnellladestation (150 kW) sollen die Akkus innerhalb von 30 Minuten so weit aufgefüllt sein, dass der Stromer wieder 400 Kilometer weit kommt. Das Problem der Batterie-Alterung bei diesen Schnellladungen wollen die Ingolstädter bis dahin im Griff haben. Auch induktives Laden ist möglich. Der Parkpilot fährt das Vehikel sogar autonom zur Station.

(Quelle: Automobil-Produktion, Wolfgang Gomoll, Quelle Bild: Audi AG)

Skoda Vision E: “Simply Electric” mit Kostenvorteil

ap-21049-bild11_studien_skoda_vision_e-jpg

Skoda will auch bei der Elektromobilität mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis und viel Platz bei den Autofahrern punkten. Die Studie Vision E gibt einen handfesten Ausblick auf das erste E-Mobil, das 2020 erscheint.

Der Skoda-Markenslogan “Simply Clever” mutiert langsam zu “Simply Electric”. Bis 2025 will Skoda fünf rein elektrisch betriebene Fahrzeuge im Programm haben und jedes vierte verkaufte Auto der tschechischen VW-Tochter wird elektrifiziert sein. “Wir bringen neue Technologien erst dann in einem Skoda, wenn sie einen Vorteil für unsere Kunden bringen und das zu einem annehmbaren Preis”, erklärt Skoda-Chef Bernhard Maier. Den Kostenvorteil will die tschechische VW-Tochter auch bei den Elektroautos mit den günstigeren Herstellungskosten in Tschechien herausholen. Ein Wechsel, dessen Vorteil irgendwann mal schrumpfen könnte. Den Anfang dieser E-Offensive macht 2020 ein rein elektrisches coupéartiges SUV. Die Studie Vision E gibt einen Ausblick, wie der erste E-Skoda aussehen könnte: Auffällig ist die abfallende Dachlinie, weswegen der 4,69 Meter lange Stromer im Skoda-Duktus auch als CUV bezeichnet wird, also eher als Crossover. Anders als zum Beispiel Audi verzichtet Skoda auf einen auffälligen Grill.

“Wir gehen mit dem Vision E neue Design-Wege und legen beim Exterieur-Design mehr Wert auf das Licht”, sagt Skoda-Chef Bernhard Maier. Hinter ihm schimmert der Prototyp pastellgrün mit zwei LED-Bändern in der Front. Ohne E-Mobilität geht in China für einen Autobauer in Zukunft nichts mehr. Deswegen verwundert es nicht, dass Skoda einen schmucklosen Spitzbetonbau unweit des weltbekannten Hafenviertels “The Bund” als Ort der Weltpremiere des richtungsweisenden Prototypen auserkoren hat. “China ist der führende Markt für E-Mobilität”, sagt Bernhard Maier.

(Quelle: Automobil-Produktion, Wolfgang Gomoll, Quelle Bild: Skoda)

Konzeptstudie VW I.D. Crozz: Nummer drei lebt

vw-i-d-crozz-5-60055ddb

Volkswagen breitet seine künftige Familie von Elektroautos weiter aus. Nach dem I.D. und dem I.D. Buzz zeigen die Wolfsburger auf der Shanghai Auto Show Gedankenspiel Nummer drei – ein SUV-Coupé, das ab 2020 VWs Elektroflotte komplettieren soll.

Ein Vorreiter ist Volkswagen mit seinen Elektromodellen nun wirklich nicht. Die E-Versionen von Golf und Up sind alles andere als Bestseller und so konzentriert man sich in Niedersachsen bereits auf die Zukunftsmodelle, die ab 2020 nahezu geräuschlos auf unseren Straßen unterwegs sein werden. In drei Jahren soll der I.D. als elektrisches Kompaktklassemodell neben dem VW Golf Kernmodell der Marke werden. Doch die Einführung der neuen Elektroplattform geschieht natürlich nicht ohne einen entsprechenden Crossover. Wie so ein SUV-Derivat aussehen könnte, zeigt Volkswagen erstmals auf der Shanghai Autoshow 2017. Volkswagen-Markenchef Herbert Diess: „Bis zum Jahre 2025 wollen wir pro Jahr bis zu einer Millionen Elektroautos verkaufen. Dabei wird der I.D. Crozz eine zentrale Rolle spiele. Seine Produktion startet in 2020.“

Die Technik des 4,63 Meter langen Crozz ist weitgehend identisch mit der von I.D. und I.D. Buzz. Da gibt es zwischen den beiden Achsen ein entsprechendes Akkupaket, das beide Motoren mit elektrischer Energie versorgt. Die Hinterachse übernimmt mit 150 Kilowatt Leistung die Hauptarbeit, während an der Vorderachse ein kleinerer Elektromotor mit 75 Kilowatt arbeitet. So verfügt der I.D. Crozz über eine Systemleistung von 225 kW / 306 PS und hat eine maximale Reichweite von 500 Kilometern. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 180 km/h abgeregelt. Mit einem Schnellladegerät soll sich das SUV-Coupé in einer halben Stunde zu 80 Prozent aufladen lassen. Ab 2025 sollen die Elektromodelle wie der Crozz dann auch vollautonom im Straßenverkehr unterwegs sein können. Im Autopilot-Modus zieht sich das Lenkrad in die Armaturentafel zurück und der Fahrer kann sich seiner persönlichen Kurzweil widmen. Für einen entspannten Aufenthalt im Innenraum sorgt neben den bequemen Loungesitzen, Gestenkontrolle und animierten Displays auch ein Innendach, das komplett mit Ambiente-Lichtelementen durchzogen ist.

Das Design des VW I.D. Crozz ist betont organisch mit weichen Formen, einer starken Taille und großen 21-Zoll-Rädern. Wie bei allen Modellen des modularen Elektrobaukastens MEB ist der Radstand groß (2,77 Meter) und die Überhänge betont klein für eine maximale Raumausnutzung. So gibt es möglichst viel Platz im Unterboden für das Akkupaket und eine bestmögliche Gewichtsverteilung. 48 Prozent des Gewichts lieben beim VW I.D. Crozz auf der Vorder- und 52 Prozent auf der Hinterachse. Das Ladevolumen des Crozz-Kofferraums liegt bei 515 Litern.

(Quelle: Automobil-Produktion, Stefan Grundhoff, Quelle Bild: Volkswagen AG)

Studie: 40% Neuzulassungen mit E-Antrieb im Jahr 2025

VW-e-golf-ladekabel

Der Anteil der E-Antriebe bei Neuzulassungen könnte im Jahr 2025 in Deutschland bereits 40 Prozent betragen. Folgen sind eine einfachere Montage und somit ein geringerer Bedarf an Fachkräften bei den Herstellern, so eine aktuelle Studie.

Je nachdem, wie es den Automobilherstellern gelingt, Technologien wie Elektromobilität, autonomes Fahren & Co. umzusetzen, individuelle Mobilität weiter auszubauen und im Geschäft mit Daten clever mitzumischen, winken durch die aktuellen Mega-Trends wie Elektromobilität, autonomes Fahren oder Industrie 4.0 mehr als 50 Prozent Zuwächse bei Umsatz und Gewinn gegenüber 2016. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Deloitte. Andernfalls drohe im Extremfall ein signifikanter Bedeutungsverlust der Autohersteller, der mit massivem Arbeitsplatzabbau im zweistelligen Prozentbereich und einbrechenden Umsätzen und Gewinnen einhergehe, so die Autoren.

“Die OEMs erwartet eine komplett geänderte Wertschöpfungskette durch Entwicklungen wie Elektromobilität, autonomes Fahren, Sharing Economy und Datenmonetarisierung. Aus dem bisher gut planbaren ist ein disruptiver Markt geworden. Das Spannungsfeld reicht dabei von einer Strategie als Komplettanbieter zeitgemäßer, hochtechnisierter Fahrzeuge und Services, die Softwareentwicklung und Mobilitätsdienstleistungen eigenständig vorantreiben – bis zum Ansatz, sich als Plattformlieferant in Kooperation mit IT-Giganten wie Google als „Foxconn“ der Automobilindustrie zu etablieren”, erläutert Nikolaus Helbig, Partner Strategy & Operations bei Deloitte und einer der Studienautoren.

Mehr Elektromobilität – weniger Jobs bei den Herstellern

Was die Jobs bei den Autoherstellern betrifft, prognostiziert die Studie allerdings auch im positivsten Szenario allenfalls eine Stagnation der Arbeitsplätze. Dass auch bei rosiger Zukunft keine neuen Jobs bei den Herstellern geschaffen werden, liegt wesentlich am Erfolg der Elektrofahrzeuge: auf den wichtigen Märkten Deutschland, China und NAFTA könnte 2025 bereits ein Drittel der Neuzulassungen über einen ganz oder teilweise elektrischen Antrieb verfügen. Da Elektroantriebe aus deutlich weniger Bauteilen bestehen und einfacher zu montieren sind als Verbrennungsmotoren, wird dies auch deutliche Auswirkungen auf den Arbeitsplatzbedarf haben.

Unter den Zukunftsszenarien bieten laut Deloitte neue Geschäftsmodelle zur Daten-monetarisierung und dem Angebot von Mobilitätsdienstleistungen die meisten Perspektiven – dies könnte 2025 über 15% des Gesamtumsatzes eines OEMs ausmachen.

(Quelle: Automobil-Produktion, Andreas Karius, Quelle Bild: Volkswagen AG)